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Zwischenwelt:

Wenn das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch nicht sichtbar ist


Frau in der Zwischenwelt

Es gibt Phasen im Leben, die sich weder nach Anfang noch nach Ende anfühlen. Ich nenne sie die Zwischenwelt.


Die Zwischenwelt ist dieser Raum, in dem das Alte nicht mehr trägt und das Neue noch keine Form hat.


Vielleicht kennst du diesen Zustand: Du spürst, dass eine Lebensphase vorbei ist. Ein Job, eine Beziehung, eine alte Art zu funktionieren oder ein inneres Muster passt nicht mehr zu dir. Gleichzeitig ist das Neue noch nicht wirklich sichtbar.


Kein klarer Plan. Keine sichere Brücke. Keine eindeutige Antwort. Nur dieses Dazwischen. Und genau dieses Dazwischen kann unglaublich anstrengend sein.


Warum Übergänge oft so zermürbend sind

Wir sprechen gerne über Neuanfänge, Veränderung und Transformation. Das klingt oft schön, fast ein bisschen glänzend. Aber die Phase dazwischen ist selten glänzend.

Sie ist oft langsam, neblig, unbequem und manchmal sogar beschämend. Denn von aussen sieht es vielleicht so aus, als würdest du nichts tun.


Du bewirbst dich nicht, obwohl du weisst, dass du solltest. Du kündigst nicht, obwohl du längst spürst, dass dir dein Job nicht mehr gut tut. Du triffst keine Entscheidung, obwohl du innerlich schon lange weisst, dass etwas nicht mehr stimmt. Du kommst nicht ins Handeln, obwohl du dir immer wieder sagst: Jetzt müsste ich aber wirklich.


Und dann beginnt oft die Selbstverurteilung: „Warum kriege ich das nicht hin?“ „Warum bin ich so langsam?“ „Warum stelle ich mich so an?“„Andere schaffen das doch auch.“

Aber vielleicht ist genau hier ein anderer Blick hilfreich.


Vielleicht bist du nicht faul. Vielleicht bist du nicht undiszipliniert. Vielleicht bist du nicht falsch.

Vielleicht ist dein System einfach gerade nicht sicher genug, um den nächsten Schritt zu gehen.


Das Bekannte fühlt sich oft sicherer an als das Neue

Wenn wir in Übergängen stehen, verliert unser inneres System vertraute Orientierungspunkte. Auch wenn das Alte nicht gut war, war es zumindest bekannt.

Ein belastender Job kann sich schrecklich anfühlen, aber er ist vertraut und fühlt sich deshalb sicher an. Eine alte Rolle kann eng geworden sein und trotzdem Sicherheit geben. Ein gewohntes Muster kann dich klein halten und trotzdem berechenbar wirken.


Das Neue dagegen ist offen.

Und offen bedeutet für unser Nervensystem nicht automatisch Freiheit. Offen kann auch Gefahr bedeuten:

  • Was passiert, wenn ich gehe?

  • Was passiert, wenn ich mich bewerbe und wieder eine Absage bekomme?

  • Was passiert, wenn ich sichtbar werde?

  • Was passiert, wenn ich eine Entscheidung treffe und sie falsch ist?

  • Was passiert, wenn ich scheitere?

  • Oder vielleicht sogar: Was passiert, wenn es funktioniert?


An diesem Punkt kann ein innerer Schutzmechanismus aktiv werden. Ein Teil von dir tritt auf die Bremse. Nicht, weil er dein Leben sabotieren will, sondern weil er glaubt, dich schützen zu müssen.


Blockaden sind oft Schutzmechanismen

Das ist einer der wichtigsten Punkte, die ich in meiner Arbeit immer wieder sehe:

Blockaden sind nicht einfach ein Defekt. Sie sind oft Schutzmechanismen. Sie können heute hinderlich sein. Sie können dich festhalten, klein halten oder in einer Situation lassen, die dir nicht mehr guttut.


Aber sie sind nicht gegen dich entstanden. Sie waren einmal eine Antwort auf etwas:

Auf Ablehnung, auf Überforderung, auf Kontrollverlust, auf Enttäuschung oder auf einen Schmerz, den du vielleicht schon einmal erlebt hast.


Deshalb lösen sich innere Blockaden meistens auch nicht durch noch mehr Druck.

Wenn dein System im Schutzmodus ist und du dich zusätzlich beschimpfst, entsteht selten echte Bewegung. Dann entsteht eher noch mehr innerer Druck, noch mehr Scham und noch mehr innerer Stillstand.


Berufliche Übergänge sind nie nur beruflich

Gerade in beruflichen Übergängen zeigt sich das sehr deutlich.

Bewerbung, Neuorientierung, Kündigung, Arbeitslosigkeit oder ein belastendes Arbeitsumfeld sind nie nur organisatorische Themen. Natürlich geht es auch um Lebenslauf, LinkedIn, Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräche oder den Arbeitsmarkt.


Aber darunter liegt oft viel mehr.

  • Es geht um Selbstwert.

  • Um Sicherheit.

  • Um Identität.

  • Um Zukunftsangst.

  • Um die Frage: Bin ich noch gefragt?

  • Habe ich noch etwas anzubieten?

  • Darf ich neu anfangen?

  • Kann ich mir selbst noch vertrauen?


Nach über 25 Jahren im HR, mehreren Firmenschliessungen, Outplacement-Begleitung und vielen Rekrutierungen habe ich berufliche Übergänge aus sehr unterschiedlichen Perspektiven gesehen.


Und gleichzeitig kenne ich diese Übergänge auch aus eigener Erfahrung. Deshalb sehe ich heute klarer denn je: Berufliche Veränderung ist selten nur eine praktische Aufgabe. Sie berührt oft eine sehr tiefe innere Ebene.


Genau dort entsteht die Zwischenwelt.


Du bist vielleicht nicht mehr bereit, dich weiter zu verbiegen. Aber du weisst noch nicht, wie der nächste Schritt aussieht.


Du willst vielleicht nicht mehr zurück. Aber nach vorne ist es noch nicht sicher.


Du spürst, dass eine alte Identität bröckelt. Aber die neue ist noch nicht ganz greifbar.


Was in der Zwischenwelt wirklich hilft

In der Zwischenwelt ist die Versuchung gross, sofort eine Lösung zu erzwingen:

  • Mehr planen.

  • Mehr optimieren.

  • Mehr Druck machen.

  • Noch ein Kurs.

  • Noch ein Ratgeber.

  • Noch ein perfekterer Lebenslauf.

  • Noch eine Strategie.


Manchmal ist das hilfreich. Aber manchmal braucht es vorher etwas anderes: Boden.

Einen Moment, in dem du nicht sofort funktionieren musst. Einen Raum, in dem du sortieren kannst:

  • Was ist wirklich vorbei?

  • Was trägt mich noch?

  • Was kostet mich zu viel Kraft?

  • Was macht mir Angst?

  • Was brauche ich, damit mein System wieder etwas Sicherheit spürt?

  • Und was wäre ein erster kleiner Schritt, der sich nicht wie ein Sprung ins Bodenlose anfühlt?


Die Zwischenwelt braucht oft keine grossen Durchbrüche. Sie braucht Orientierung. Und Orientierung entsteht manchmal nicht dadurch, dass du sofort den ganzen Weg kennst.

Manchmal entsteht sie dadurch, dass du den nächsten Meter siehst. Nur den nächsten Meter.


Der nächste Schritt muss nicht gross sein

Vielleicht ist dein nächster Schritt heute nicht die Kündigung.

Vielleicht ist es nur, ehrlich aufzuschreiben, was du nicht mehr willst.

Vielleicht ist es nicht die perfekte Bewerbung.

Vielleicht ist es nur, dein CV zu öffnen und fünf Minuten hineinzuschauen.

Vielleicht ist es nicht die grosse Entscheidung.

Vielleicht ist es nur, dir einzugestehen: Ich kann so nicht weitermachen.

Vielleicht ist es nicht der neue Lebensplan.

Vielleicht ist es nur ein Glas Wasser, ein Spaziergang, ein Gespräch, ein Termin, eine Pause.


Kleine Schritte wirken manchmal unspektakulär.


Aber sie geben deinem System eine neue Erfahrung:

  • Ich kann mich bewegen, ohne mich zu überfordern.

  • Ich kann mir zuhören, ohne sofort alles lösen zu müssen.

  • Ich kann einen Schritt gehen und trotzdem bei mir bleiben.


Und genau daraus entsteht Selbstvertrauen.

Nicht aus grossen Parolen. Nicht aus „Du musst nur wollen“. Nicht aus noch mehr Selbstoptimierung.


Sondern aus kleinen ehrlichen Erfahrungen:

  • Ich nehme mich ernst.

  • Ich höre auf meinen Körper.

  • Ich erkenne meine Angst, ohne ihr die ganze Führung zu überlassen.

  • Ich gehe einen Schritt, der möglich ist.


Drei Fragen für deine Zwischenwelt

Wenn du gerade in einer Zwischenwelt stehst, nimm dir einen ruhigen Moment und frage dich:

  1. Was trägt mich nicht mehr?

  2. Was macht den nächsten Schritt gerade unsicher?

  3. Was würde mir heute ein kleines bisschen mehr Boden unter den Füssen geben?


Nicht die perfekte Lösung. Nicht die komplette Antwort. Nur ein kleines bisschen mehr Boden.


Vielleicht bist du nicht blockiert. Vielleicht stehst du gerade an einer Schwelle.

Und vielleicht braucht diese Schwelle nicht noch mehr Druck, sondern einen Raum, in dem du dich selbst wieder hören kannst.


Zum Schluss

Wenn du dich in diesem Text wiedererkennst, bist du damit nicht allein💜


Übergänge können zermürbend sein, gerade weil sie so wenig greifbar sind. Aber sie sind nicht bedeutungslos. Manchmal zeigt dir die Zwischenwelt sehr ehrlich, was nicht mehr stimmt, noch bevor du weisst, was stattdessen entstehen möchte.


Mein Self-Trust Studio ist genau für solche Phasen gedacht: für berufliche und persönliche Übergänge, in denen du wieder Klarheit, innere Sicherheit und Vertrauen in deinen nächsten Schritt finden möchtest.


Wenn du mehr Impulse zu Zwischenwelten, Selbstvertrauen, inneren Blockaden und kleinen nächsten Schritten möchtest, trag dich gerne in meinen Newsletter ein. Nutze hierfür die Anmelde-Box unten in der Fusszeile.


Kommentare


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