Was ist der innere Kritiker?
- Regina Voegelin

- 21. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Und warum gegen ihn zu kämpfen die falsche Strategie ist
Kennst du einen dieser Momente, wo du eigentlich genau weisst, was du tun willst, und es trotzdem nicht machst? Wo du dir deine eigenen Ideen ausredest, bevor sie überhaupt eine Chance hatten? Wo du wartest, zögerst, vergleichst und am Ende des Tages erschöpft bist, obwohl du kaum etwas «getan» hast?
Das ist kein Charakterfehler. Und du bist damit nicht allein. Das ist der innere Kritiker, der seine Arbeit sehr ernst nimmt.
Was ist der innere Kritiker?
In der Psychologie spricht man vom «inneren Kritiker» als einen Teil der Persönlichkeit, der dauernd bewertet, kommentiert und bremst. Er flüstert dir Sätze ins Ohr wie «Das schaffst du sowieso nicht» oder «Wer soll das schon interessieren» – oft so leise und so vertraut, dass du gar nicht mehr merkst, dass es seine Stimme ist und nicht deine eigene Wahrheit.
Ich nenne meinen inneren Kritiker «Olaf». Nicht um ihn lächerlich zu machen, sondern weil ein Name etwas Wichtiges bewirkt: Er macht den Unterschied zwischen «ich bin das Problem» und «ich habe einen sehr nervigen Mitbewohner». Und das ist ein grösserer Unterschied als es auf den ersten Blick wirkt.

Woher kommt er?
Der innere Kritiker ist kein Fehler im System. Er ist eine Schutzstrategie.
Irgendwann – zumeist in der Kindheit oder in Phasen grosser Verletzlichkeit – hat ein Teil von dir gelernt: Wenn ich mich klein halte, passiert mir nichts Schlimmes. Wenn ich nicht auffalle, werde ich nicht abgelehnt. Wenn ich mich selbst kritisiere, bevor es andere tun, tut es weniger weh.
Das war damals vielleicht sogar sinnvoll. Das Problem ist nur: Dieser Teil hat nie gekündigt. Er macht seinen Job noch immer, obwohl du diesen "Mitarbeiter" schon lange nicht mehr brauchst.
Warum Kämpfen nicht funktioniert
Der intuitive Reflex der meisten Menschen ist: den inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen, ihn zu ignorieren oder zu verdrängen.
Das Problem an dieser Strategie ist: Je mehr du gegen ihn ankämpfst, desto lauter wird er. Widerstand erzeugt Gegenwiderstand – das gilt im Aussen genauso wie im Innen. Wer seinen inneren Kritiker bekämpft, steckt Energie in einen Kampf, der nicht zu gewinnen ist. Und dabei erschöpfst du dich sozusagen selbst.
Was stattdessen hilft
Es klingt vielleicht kontra-intuitiv, aber die wirksamste Strategie ist nicht Kampf, sondern Neugier: Was will dir dieser Teil eigentlich wirklich sagen? Wovor hat er Angst? Wovor glaubt er, dich schützen zu müssen?
Wenn du anfängst, deinen inneren Kritiker nicht als Feind, sondern als überängstlichen Wächter zu betrachten, verändert sich etwas. Nicht sofort und mit grossem Knalleffekt - aber spürbar.
In meiner Arbeit – ob in der spirituellen Hypnose, der Energiearbeit oder in der 1:1-Begleitung – geht es genau darum: Olaf nicht zum Schweigen zu bringen, sondern zu verstehen, was er dir eigentlich sagen will. Und ihm sanft beizubringen, dass du inzwischen auf dich selbst aufpassen kannst.
Zum Nachdenken
👉 Welche Aussage deiner inneren kritischen Stimme ist dir am vertrautesten? Zum Beispiel: «Das schaffst du sowieso nicht.» «Wen soll das schon interessieren.» «Warte noch, der Moment ist noch nicht richtig.»
👉 Und – ganz wichtig: Wessen Stimme ist das wirklich?
Ich bin Regina Voegelin, Hypnosetherapeutin und spirituelle Mentorin in Riggisberg / Schweiz. Auf create-space.ch begleitet ich Menschen dabei, innere Blockaden zu lösen und wieder in den eigenen Fluss zu finden.
Mehr zum Thema innerer Kritiker und Selbstannahme: Kurs «Vom inneren Widerstand zur Selbstannahme»



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